Einführung der Abgeltungssteuer

Oktober 2, 2008 · Artikel drucken

Welche neuen Regelungen müssen bei Einführung der Abgeltungssteuer beachtet werden

Ab dem 01.01.2009 gilt die Abgeltungssteuer, auch Privatanleger sind mit der neuen Besteuerung von Kapitalerträgen gefordert.

Abgeltungssteuer für Kapitalerträge:

Zu Kapitalerträgen zählen beispielsweise Zinsen, Dividenden, Ausschüttungen von Investmentfonds sowie auch realisierte Kursgewinne von nach 2008 erstandenen Wertpapieren. Die Abgeltungssteuer schlägt mit 25 % Kapitalertragsteuer zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag und je nach Antragsstellung mit der Kirchensteuer zu Buche. Bei Personen mit einem Steuersatz unter 25 % können die zu viel abgeführten Steuern über die Einkommenssteuerklärung beim Finanzamt zurückgefordert werden.

Aufhebung der Spekulationsfrist

Kursgewinne aus Veräußerungen von Wertpapieren (die mindestens 12 Monate gehalten wurden) waren bisher steuerfrei. Bei Wertpapieren  die ab 01.01.2009 gekauft werden fällt unabhängig von der Haltedauer auf realisierte Kursgewinne die Abgeltungssteuer an.

Freistellungsmöglichkeit bei Kapitalerträgen

Um Einkünfte aus Kapitalvermögen von der Abgeltungssteuer freizustellen, muss ein Freistellungsauftrag bei der zuständigen Bank vorgelegt werden. Für Ledige gilt die Höhe des Sparerpauschbetrages bis zu 801,00 Euro, bei Verheirateten bis zu 1.602,00 Euro. Ab 2009 sind die Werbungskosten im Zusammenhang mit den Kapitalerträgen nicht mehr abzugsfähig, der neue Pauschbetrag beinhaltet dies schon. Ist der Sparerpauschbetrag ausgeschöpft, fällt die Abgeltungssteuer für die übersteigenden Kapitalerträge an. Eine Möglichkeit um Steuern zu sparen ist, vor Berücksichtigung des Sparerpauschbetrages, negative Kapitalerträge (Veräußerungsverluste usw.) von den positiven Kapitalerträgen abzuziehen.

Die Abgeltungssteuer betrifft nicht:

Bei Lebens- und Rentenversicherungen sind Erträge, die während der Ansparphase erwirtschaftet werden, Abgeltungssteuer frei. Bei der Kapitalauszahlung am Ende der Laufzeit, die mindestens 12 Jahre sein muss und der Steuerpflichtige mindestens ein Alter von 60 Jahren erreicht haben muss, bleibt die Hälfte des Wertzuwachses steuerfrei und die andere Hälfte muss anderweitig versteuert werden.  Auch die Riester- und Basisrente sind in der Ansparphase nicht betroffen, bei Bezug gelten die individuellen Steuersätze. Eine lebenslang garantierte Rente, die man z.B. im Alter von 65 Jahren bezieht, wird nur mit dem Ertragsanteil von 18 % versteuert.

In jedem Fall sollte ein Berater hinzugezogen werden um den jeweils individuellen Fall zu beurteilen, gegebenen falls Steuervorteile heraus zu finden und das aktuelle Depotkonto zu checken. Durch die Einführung der Abgeltungssteuer entstehen bei den meisten Steuerpflichtigen Unsicherheiten, die meist einfach geklärt werden können..