Trennung der Postbank von der Post

August 8, 2008 · Artikel drucken

Die Trennung der Postbank von der Post wird immer unwahrscheinlicher

Der Postbank Verkauf stockt derzeit. Angesichts der anhaltenden Finanzkrise liegt die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufs der Postbank bei nur noch gut 50 Prozent, ist aus verhandlungsnahen Kreise zu vernehmen.

Post Chef Frank Appel befindet sich derzeit in einer Zwickmühle. Die Verhandlungspartner teilen Herrn Appels Preisvorstellungen nicht. Entweder müsse der Kaufpreis nach unten korrigiert werden oder er akzeptiere Aktien statt Bargeld für die Postbank Anteile.

Verkauft der erst kürzlich angetretene Manager den Gewinnbringer Postbank zu billig, rebellieren die Post Aktionäre, darunter auch der Bund. Zugleich ist eine Kurserholung wegen der anhaltenden Finanzkrise nicht in Sicht. Außerdem ist der Verkauf der Postbank Herrn Appels erster großer Deal als Nachfolger von Klaus Zumwinkel, der im Frühjahr wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung zurückgetreten war. Ende Juli hatte der Postchef noch gesagt:“ Die Zukunft der Postbank sei zu wichtig, um in Hast und Eile zu entscheiden“.

Seit Juni 2008 laufen offiziell Gespräche mit potenziellen Käufern. Nach Angaben aus Finanzkreisen sind dies rund eine Handvoll Interessenten.

Auch die hartgesottenen Analysten sind inzwischen skeptisch: Axel Funhoff vom niederländischen Finanzkonzerns ING spekuliert, dass die Post den Verkauf der Postbank durchaus um Jahre verschieben könnte. Aus seiner Sicht wird es dem Konzern nicht möglich sein, seine Beteiligung von 50 Prozent plus eine Aktie an der Postbank zu einem Preis von über 60 bis 65 Euro je Aktie zu verkaufen.

Ohnehin senkt ein Analyst nach dem anderen das derzeitige Kursziel für die Aktie, denn die Übernahmephantasie ist so gut wie aus dem Markt.

Zudem hat sich mit der fortschreitender Finanzkrise gezeigt, dass die Postbank schwach an Eigenkapital ist. Eine mögliche Kapitalerhöhung, zumindest aber eine Verwässerung der eigenen Eigenkapitalquote, muss der Käufer in den bezahlten Preis mit einkalkulieren.

Eine Hürde könnte auch die enge Zusammenarbeit mit der Post darstellen. In ihren 855 Postbank Filialen bietet die Postbank Postdienste an. Das regelt ein Filialvertrag mit einer drei jähriger Kündigungsfrist. Dies würde einen Käufer bei Umstrukturierungen stark einschränken. Auch die 7000 Beamten, die die Postbank beschäftigt, würden einen eventuellen Stellenabbau stark behindern. Dazu kommt das Mitspracherecht des Bundes, ein offizielles Vetorecht beim Postbank Verkauf, das bis Anfang Januar 2009 in Kraft ist.

Die Postbank rüstet auf, um die Kundenbetreuung zu optimieren und neue Sparten der Postbank wie Sofortkredit, Postbank Privatkredit sowie Tagesgeldkonto und das Postbank Business Girokonto zu verstärken. Dazu wurden neue Betreuer dezentral im gesamten Bundesgebiet angesiedelt. Vorausgegangen waren Tests, die zeigten, dass sich durch verbesserte Betreuung sowohl die Kundenbindung als auch der Ertrag je Kunde deutlich steigern lässt. Es lohnt sich für die Postbank ihren Kredit Markt zu stärken.

Es gibt noch viele Hürden zu erklimmen, bis die Postbank den Eigner wechselt, warten wir´s ab….

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